vom Nutzen des Trainingstagebuchs

Wie einfach doch alles sein könnte. Man bekommt den Plan vom Coach, arbeitet ihn ab und die Garmin (oder Polar, oder Suunto oder...) zeichnet alles auf und schickt die Daten zur jeweiligen Trainingsplattform und fertig ist die Laube. Der Trainer hat alle Daten, inklusive bestenfalls Splitzeiten, Wattwerten, Herzfrequenzkurven und was nicht allem.

Kein Pflegeaufwand mehr für die Dokumentation und förmlich in Echtzeit wird alles erledigt und zurückgemeldet - Was will man mehr?! 

Ich als Trainer möchte vor allem, dass sich meine Sportler mit Ihrem Training befassen. Nicht nur das reine Abarbeiten ist mir hier wichtig, sondern auch das WIE! Dazu zählen für mich natürlich die o.g. Zahlen, aber halt vor allem auch die Rückmeldung wie das Training war. Neben einer Einschätzung zum Belastungsgrad z.B. anhand der Borg Skala geht es auch darum, ob die Einheit "gut von der Hand" ging oder ob es Besonderheiten gab?

Hat der Athlet sich vielleicht vorher schon schlapp gefühlt oder einen harten Tag gehabt weil Job oder Familie ihn in Atem hält, oder hat er sich in der Einheit voll abgeschossen, obwohl die eigentlich "garnicht so hart war"?

Mmmh mag da mancher sagen, aber steht doch alles im Plan. Rekom und GA1 Einheiten sind locker, GA1-2 und GA2 Einheiten sind hart und alles darüber hinaus wird sehr sehr hart?!? 


Nun ist es aber so, dass Trainingsbelastung aus der Summe der Einheiten und dem Aufeinanderfolgen von bestimmten Einheiten sowie dem gesamten Belastungsumfeld entsteht. Da kann auch mal ein 30min. GA1 Lauf als hart empfunden werden, weil die Vorbelastungen entsprechend waren. 

Und genau das sind die wichtigen Botschaften, die keine Uhr der Welt (auch nicht auf Basis von Herfrequenzvariabillität, Schlafqualität, Stressfaktoren etc.) wirklich erfassen und erst recht nicht beschreiben kann. 

Daher ist es mir wichtig, dass meine Athleten neben der reinen Dokumentation der Trainingswerte auch bestenfalls immer eine kurze Bemerkung hinterlassen wie es war, zumindest wenn es Besonderheiten gab. 

Dies führt letztlich ja auch dazu, dass der Athlet die Einheit reflektiert und für sich in einen Gesamtkontext setzen kann. Habe ich das Programm gut erldigen können, war es viel zu leicht oder habe ich  mir schwer getan. Auf dieser Basis kann dann die weitere Trainingsplanung zusammen mit dem Trainer entsprechend gestaltet werden.  

Abgesehen davon freue ich mich natürlich auch über Usabilty bei der Dokumentation und finde es auch praktisch wenn es automatische Imports gibt. Aber das ist halt nicht alles und es muss immer auch die Möglichkeit geben, manuell zu dokumentieren und kommunizieren. 

 

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

If all you have is a hammer, everything looks like a nail!

Alles hat seine Zeit!